Gozzano

Die Ursprünge Gozzanos liegen bei den Römern. Sie bauten hier einen Militärstützpunkt (Gaudanum), was einige Münzfunde belegen. ‚Berühmt‘ wurde der Ort aber durch den Zuzug der beiden Missionare Julian und Julius, Namensgeber einiger Bauwerke rund um den See. Ersterer blieb in Gozzano, wirkte evangelisierend; seine Gebeine finden sich in der Kirche San Lorenzo etwas außerhalb der Stadt. Julius zog damals weiter und befreite die Isola von bösen Mächten (s. a. S. 114). Heute ist Gozzano nach Omegna das wichtigste Wirtschaftszentrum am südlichen Ende des Ortasees. Der Ort liegt nicht direkt am See und konnte so auch nie über den Status einer normalen, wenig attraktiven, industriell geprägten Kleinstadt herauskommen. Dazu kommt, dass der Weg zum See durch einen Moränenhügel versperrt ist, Schuttablagerungen der Gletscher aus der letzten Eiszeit. Die Stadtplaner haben bis heute eine Bebauung bis zum Seeufer nicht vorangetrieben, obwohl sich die Stadt rasant vergrößert. Die Einwohner sind stolz, sich mit industrieller Produktion einen guten Namen gemacht zu haben, denn Gozzano ist ein bedeutendes Zentrum für Stoffverarbeitung und Wasserhahnproduktion, was nachhaltige Bedeutung für die Region hat.

Die Bemberg-Fabrikanlagen (Bild)an der Straße nach San Maurizio liegen heute allerdings weitgehend verlassen da. Der ehemalige Ableger der Stoff verarbeitenden Bemberg AG aus Wuppertal produzierte hier seit dem frühen 20. Jahrhundert Stoffe, nach dem Krieg v. a. Chemiefasern. Der Ortasee hatte Jahrzehnte lang mit den Abwässern der Firma zu kämpfen. Wie an vielen Seen in Italien wurde die Verschmutzung so weit getrieben, dass es beinahe kein Leben mehr im See gab. Erst nach den 1960’er Jahren begann langsam ein Umdenken, und heute sind die meisten Laghi wieder badetauglich. Der Ortasee spielt hier eine Musterrolle.