Omegna

Omegna ist das geschäftige Zentrum am nördlichen Ende des Ortasees. Außerhalb des alten Stadtkerns haben sich in den letzten Jahrzehnten entlang des Torrente Strona immer mehr Industriebetriebe angesiedelt. Der Ort liegt in einem schönen, vom Monte Mottarone und dem Monte Castellagio gebildeten Tal, das sich nördlich bis zum Lago Maggiore bzw. zum Val d’Ossola zieht. Omegna geht auf ein im 4. Jahrhundert gegründetes römisches Militärlager namens Vemenia zurück. Die Besitzrechte gingen seither durch vielerlei Hände, unter anderem durch die der Visconti und einiger Fürsten von Savoyen bis zu den Borromäern, um schließlich ab 1743 gänzlich an die Herrschaft Savoyens zu gehen. Zwischenzeitlich gab es viel Zerstörung, sodass sich der historisch bedeutende Stadtkern heute auf das Gebiet zwischen Pfarrkirche und Rathaus beschränkt, sowie auf ein paar Häusergruppen um den Abfluss des Lego in den Fluss Nigoglia. Wer also mit Erwartungen an eine historisch gewachsene und entsprechend pittoresk herausgeputzte Kleinstadt am See nach Omegna kommt, wird sicherlich enttäuscht werden. Omegna ist keine Schönheit, nur einige kleinere Passagen genügen den typischen touristischen (baulichen) Erwartungen an einen italienischen Ort am See.

Omegna ist allerdings in vielfacher anderer Hinsicht lohnenswert. Nicht nur die Firma Alessi hat dafür gesorgt, dass diese Kleinstadt ein bedeutendes Zentrum für Haushaltsartikel in Norditalien geworden ist. Auch viele Metall verarbeitende Firmen haben sich angesiedelt und locken mit ihren Fabrikverkäufen die Besucher an. Das Museum ‚Forum von Omegna‘ zeigt diese Geschichte in den ehemaligen Produktionshallen der Firma Cobianchi. Auch der wirtschaftlich wichtigste Wochenmarkt der Region findet in Omegna statt: immer donnerstags zieht sich eine schier unendliche Verkaufswagenschlange an der Promenade entlang. Sogar die Schifffahrtszeiten der Organisation Navigazione Lago d’Orta werden an diesem Tag ausgeweitet. Für Naturfreunde interessant ist das beeindruckende Val Strona, das sich von Omegna aus in westlicher Richtung über 15 km weit in die Walliser Berge hineinzieht. Alte Volkstraditionen (auch die der Walser in Rimella), eine äußerst aktive Holzhandwerker-Szene und die tolle Natur sind wahrlich überzeugende Argumente für einen Besuch. Dem Tal gegenüber liegt der Mottarone, mit 1 491 m die höchste Erhebung am See. Hier wird gewandert, geklettert und im Winter Ski gefahren.